Ev. Kirchengemeinde Berlin-Mahlsdorf – originalgetreuer Nachbau eines Orgelgehäuses für die Schuke-Orgel
Die historische Feldsteinkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Mahlsdorf bildet den würdigen architektonischen Rahmen für ein Instrument von besonderer Geschichte: die Schuke-Orgel. Ihr Klang, ihre handwerkliche Qualität und ihre Bedeutung für den sakralen Raum werden bis heute weit über die Gemeinde hinaus geschätzt.
Im Jahr 1984, noch zu DDR-Zeiten, entstand für diese Orgel ein originalgetreuer Nachbau des Orgelgehäuses durch den damals in Ostberlin selbstständigen Tischlermeister Eugen Kretschmann. Das Projekt entwickelte sich in einer entscheidenden Phase zu einer besonderen handwerklichen Herausforderung: Der ursprünglich vorgesehene Hersteller des Orgelgehäuses sagte kurzfristig ab, wodurch die fristgerechte Fertigstellung der neuen Schuke-Orgel gefährdet war.
In dieser kritischen Situation wandte sich der damalige Pfarrer, Herr Bauer, an Eugen Kretschmann und bat um kurzfristige Unterstützung. Die Zusage erfolgte ohne Zögern. Mit hohem persönlichem Einsatz, traditioneller Tischlerkunst und präziser handwerklicher Ausführung wurde das Orgelgehäuse rechtzeitig gefertigt und fachgerecht eingebaut.
Die Umsetzung erfolgte in enger Abstimmung sämtlicher konstruktiver, gestalterischer und technischer Details mit der Orgelbaufirma. Ziel war es, ein Gehäuse zu schaffen, das sowohl den funktionalen Anforderungen des Orgelbaus als auch der historischen Architektur des Kirchenraums gerecht wird. Das Ergebnis ist ein hochwertiges Orgelgehäuse, das sich harmonisch in den sakralen Innenraum einfügt und die Schuke-Orgel bis heute architektonisch würdevoll rahmt.
Besonders hervorzuheben ist der ideelle Charakter dieses Projektes: Der Erlös aus der handwerklichen Leistung kam Mutter Teresa zugute. Damit steht diese Referenz nicht nur für präzises Tischlerhandwerk, sondern auch für Verantwortung, Solidarität und gesellschaftliches Engagement.
Das Projekt in der Evangelischen Kirchengemeinde Mahlsdorf steht exemplarisch für eine Haltung, die das handwerkliche Selbstverständnis von Eugen Kretschmann bis heute prägt: komplexe Aufgaben zuverlässig zu lösen, handwerkliche Qualität mit gestalterischem Feingefühl zu verbinden und auch unter schwierigen Rahmenbedingungen belastbare Ergebnisse zu schaffen.
Die Referenzbilder dokumentieren die handwerkliche Qualität des Orgelgehäuses, seine sorgfältige Einbindung in den historischen Kirchenraum sowie die zeitlose Wirkung eines sakralen Innenausbaus, der auch Jahrzehnte nach seiner Fertigstellung Bestand hat.



